Kalkschutz-Verfahren

Wir sorgen für Klarheit!

Vor- und Nachteile vorhandener Kalkschutz-Verfahren.

Dosierung von Mono- & Poly­phosphaten

Bei der Dosierung kann mit kleinsten Phosphatmengen die etwa hundert­fache Menge an Härte­bildnern stabili­siert werden. Die Härte­stabili­sierung geschieht nicht durch eine chemische Um­setzung, sondern durch eine Ablage­rung der Poly­phos­phate an der Ober­fläche der Härte­bildner.

Phosphate sind Nährstoffe für Mikro­organismen (z.B. Amöben und Bio­filme) und sollten daher aus hygie­nischen Gründen, soweit tech­nisch möglich, vermieden werden. Phosphate sind ab 2017 in der EU in allen Haus­halts­reinigern, Spül­mitteln und Reinigungs­tabs verboten.

  • DVGW-Baumusterprüf­zertifizierungen liegen teilweise vor
  • verändert die Trinkwasser-Zusammensetzung durch Zugabe von Phosphat
  • Anwendungsgrenzen bei langen Verweilzeiten
  • belastet die Umwelt (Eutrophierung)

Enthärtung durch Ionen­tauscher

Ionentauscher oder Ionenaustauscher sind Materialien, mit denen gelöste Ionen durch andere Ionen gleicher Ladung (positiv oder negativ) ersetzt werden. Die auszutauschenden Ionen werden am Ionentauschermaterial gebunden. Für die Spülvorgänge wird Wasser benötigt, das von Calcium-Kationen frei ist, die sonst zur Bildung von Kalkflecken führen würden. Wenn der Ionentauscher erschöpft und vollständig mit Calcium-Kationen gesättigt ist, muss er regeneriert werden. Das geschieht dadurch, dass man die gebundenen Calcium-Kationen durch das Angebot einer möglichst hoch konzentrierten Lösung von Natriumchlorid (Kochsalz) wieder verdrängt. Man bezeichnet diesen Vorgang als Regeneration eines Austauschers.

Bei der Enthärtung von Trinkwasser werden die Härtebildner Calcium und Magnesium beim Durchfließen des Ionentauscherharzes gegen Natrium ausgetauscht. Die Wasserhärte wird reduziert und damit kann sich weniger Kalk in der Trinkwasser-Installation abscheiden. Wird Wasser auf 0 °dH enthärtet, kann dies zu Korrosion (Rost­bildung) führen. Aus praktischen Gründen wird die Wasser­härte auf ca. 8 °dH reduziert.* Auch bei dieser geringen Härte kann sich im Warm­wasser immer noch störender Kalk ablagern. Um dies zu verhindern und Korrosion vorzu­beugen, werden in der Praxis häufig nach Enthär­tungs­anlagen soge­nannte Dosier­anlagen eingesetzt und damit Phos­phate zugeführt.

Die Reduktion der Härtebildner ist sinnvoll beim Waschen von Wäsche und der Reinigung von Geschirr. Deshalb sind Haushaltswaschmittel bereits mit Enthärtern gemischt und Haushalts­geschirrspüler haben eine kleine Ent­härtungs­anlage eingebaut.

  • DVGW-Baumusterprüf­zertifizierungen liegen teilweise vor (z.B. Markenprodukte)
  • optimaler Kalkschutz bis 0 Grad dH (deutsche Härte)
  • verändert die Trinkwasser-Zusammensetzung (Tausch v. Calcium u. Magnesium gegen Natrium)
  • Ionentauscher können den Härte­grad maximal um 20 Grad dH (deutsche Härte) reduzieren

Geprüfte elektro-physikalische Trinkwasser-Behandlungen

Die gezielte Bildung von kleinsten Kalkkristallen erfolgt in einer elektro-chemischen Zelle (Behandlungs­einheit). Dort wird das Kalk-Kohlensäure-Gleich­gewicht in den Bereich starker Kalk­sättigung geschoben, sodass es im Bereich der Elektroden zur Bildung kleinster Kalk­kristalle kommt, die an das vorbei­fließende Wasser abge­geben werden.

Die Wirkeinheit muss bei den meisten Geräten nach einem Wasser­verbrauch von 350 – 600 m3 Wasser ausgetauscht werden.

  • DVGW-Baumusterprüf­zertifizierungen liegen teilweise vor
  • keine Veränderung der Trink­wasser-Qualität
  • optimaler Kalkschutz bis mindes­tens 60 Grad Celsius
  • keine Belastung der Umwelt
  • Austausch der Behandlungseinheit nach Wasserverbrauch

Nicht geprüfte alternative Trink­wasser-Behandlung

Am Markt findet sich eine beachtliche Zahl von Anbietern sogenannter chemie­freier oder physika­lischer Wasser­behandler, die u.a. auch den Kalk­schutz von Trink­wasser-Installa­tionen bewerben. Trotz vielfach ange­führ­ter Praxis­referen­zen ist uns bis heute kein Gerät bekannt, welches die Anfor­derung der Kalk­schutz­leistung nach den Arbeits­blättern DVGW W510 und W512 erfüllt. Viele dieser Geräte werben zudem mit einer Vitalisie­rung und Energeti­sierung zur Verbes­serung der Wasser­qualität und sind eher dem esote­rischen Bereich zuzu­ordnen.

Fragen Sie nach einer schriftlichen Garantie­übernahme für den Kalk­schutz und einer Rück­nahme­garantie innerhalb von zwei Jahren.

Hinweis: Der Nachweis, dass das Verfahren zumindest den a.a.R.d.T. entspricht, wird für den Hersteller/­Anbieter sehr schwer sein.

  • keine Veränderungen der Trink­wasser-Zusammmensetzung
  • keine Belastung der Umwelt
  • kein wissenschaftlich nachvoll­ziehbarer Kalkschutz, da kein Wirksamkeitsnachweis
  • nicht geprüft, keine repro­duzier­baren Ergebnisse
  • keine DVGW-Baumusterprüf­zertifizierungen

Heterogene Katalyse (BIOCAT)

Biomineralisierung ist annähernd so alt wie das Leben auf der Erde (Aufbau von Schalen-/­Kalk­skeletten bei Muscheln, Schnecken, Korallen, Zahn­schmelz, Knochen) und unter­liegt einem ebenso langen Evolutions­prozess. Die damit verbundene laufende Optimierung der Minerali­sierungsvorgänge hat zu Ergeb­nissen geführt, die zunehmend auch für die Wissen­schaft und Technik interessant werden (Bionik).

Das WATERCryst-­Katalysator­granulat mit seiner speziellen Ober­fläche, welches die Prozesse der Biominera­lisierung nachahmt, ist in der Lage, aus dem im Wasser gelösten Kalk gezielt kleinste Kalk­kristalle zu bilden. Diese werden mit der Wasser­entnahme ständig ausgespült.

  • DVGW-Baumusterprüf­zertifizierungen für alle BIOCAT KS- (KS 3000 bis KS 5D) und WS-Serien­geräte (WS 1 bis WS 12)
  • optimaler Kalkschutz bis mindes­tens 80 Grad Celsius
  • keine Veränderung der Trink­wasser-Zusammensetzung
  • keine Belastung der Umwelt
  • Kalkschutz auch für Platten­wärme­tauscher, Edelstahl-Well­rohre und Solar­anlagen
  • Austausch des Kataly­sator­granulats nur alle fünf Jahren – unabhängig vom Wasser­verbrauch
  • BIOCAT Kalkschutzgeräte bauen keinen Kalk ab.
  • Im Gegensatz zu chemischen Ver­fahren im Bereich Wasser­aufbe­reitung entsteht kein weiches Wasser.
  • BIOCAT Kalkschutzgeräte ersparen nicht das Reinigen von Ober­flächen, machen es aber leichter.

Achten Sie bei der Anschaffung stets auf das DVGW- oder ÖVGW-Baumusterprüfzertifikat.

Direktvergleich aller am Markt befindlichen Verfahren

  DOSIERUNG VON PHOSPHATEN IONENTAUSCHER ELEKTRO-PHYSIKALISCHE VERFAHREN ALTERNATIVE VERFAHREN HETEROGENE KATALYSE (BIOCAT)
Kalkschutzwirkung (W510) hoch hoch (mit Dosierung) hoch (min. 80 %) unbekannt hoch (min. 80 %)
Einsatzbereiche Warmwasser Warmwasser gesamtes Trinkwasser gesamtes Trinkwasser gesamtes Trinkwasser
Einsatz, Hinzugabe oder Verwendung von Aufbereitungsstoffen Zugabe on Phosphat Tausch von Calcium u. Magnesium gegen Natrium nein unbekannt nein
Verfahren unterliegt Minimierungsgebot § 7(3) TrinkwV ja ja ja ja ja
Zulassung für Aufbereitungsstoffe nach § 11 TrinkwV notwendig ja ja nein unbekannt nein
Aufzeichnungspflicht* nach § 16(4) TrinkwV (Betriebshandbuch) wöchentlich bei öffentlichen und gewerblich genutzten Trinkwasser-Installationen bei jeder Neu- bzw. Nachbefüllung das Salzvorratbehälters bei öffentlichen und gewerblich genutzten Trinkwasser-Installationen nein unbekannt nein
Informationspflicht* nach § 16(4) gegenüber Verbrauchern ja ja nein unbekannt nein
DVGW-geprüfte Geräte teilweise teilweise teilweise (Arbeitsblatt DVGW W510) nein ja (Arbeitsblatt DVGW W510)
KOSTEN          
Anschaffungskosten gering hoch hoch variieren hoch
Betriebskosten hoch hoch mittel unbekannt gering
Wartungsaufwand hoch hoch gering unbekannt gering

* bei Vermietung und Verpachtung unabhängig von der Anzahl der Wohneinheiten sowie bei öffentlicher und gewerblicher Trinkwasser-Abgabe

Die tabellarische Übersicht spiegelt unsere subjektive Meinung wider und ergibt sich aus unserem fundierten Wissen, unserer langjährigen Erfahrung im Bereich des Kalkschutzes von Trinkwasser-Installationen, Reaktionen aus Schulungsveranstaltungen und Kundengesprächen.

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